Frankreich! Mai 2009


Am 30. 5 wollte ich für eine Woche in die Westalpen, sprich Frankreich, Schweiz und Italien fahren. Das erste Mal als ich in Frankreich war,war ich noch Schüler, hatte lediglich 150€, Zwei Wochen meinen Führerschein und nur Regen. War trotzdem ein geiler Urlaub, an dem ich in 2 Tagen 1200Km gefahren bin.

Jetzt wollte ich alles ein wenig ruhiger angehen lassen. Also erstmal alles zusammengesucht und auf`s Mopped gepackt.

Morgens fuhr ich dann bei schönstem Wetter durch die Eifel nach Obersgegen, um mich dort mit Thomas, Bärbel, Mario, Annette und Sonja zu treffen. Ich blieb, aufgrund des schönen Wetters und des kühlen Biers gleich bis Montag da. Samstag Abend spielte eine Band names „The Hearnix“ auf dem Campingplatz… Die waren jedoch so schlecht, das wir alle nach 2 Minuten wieder richtung Zelt gingen 😉

Montag morgen fuhr ich recht früh los, da ich erst zur Apotheke musste, um mir ein Antiallergikum zu besorgen, da ich ziemlichen Heuschnupfen hatte. Irgendwie hatte ich mir auch noch einen Sonnenbrand eingeholt, ziemlich doof das ganze. Also noch Flugs eingekauft und dann los! Ich fuhr über Trier und das Saarland ( Die Ecke um Idar-Oberstein und Zweibrücken ist seeehr schön! ) ins Elsass. Dort ging es vorbei an Bitche in die Vogesen! Über den Col du Bonhomme und den Col de la Schlucht ging es nach Gérardmer auf den Campingplatz „La Steniole„.

Ein super Platz, auf einem Berg gelegen, ziemlich versteckt und mit supernetten Besitzern. Ich zahlte die für die Nacht fälligen 4€, was total günstig ist. Außerdem war ich völlig allein auf dem Platz. In einer alten Autofelge konnte ich sogar Feuer machen. In Deutschland währe dies wohl kaum möglich… Savoir vivre eben 😉

Wie auf dem Bild vielleicht zu erkennen ist, stand mein Mopped ziemlich schief. Ich packte also morgens nach dem einpacken, frühstücken wollte ich unterwegs da ich erst einkaufen musste, mein Zeug auf die Katana setzte mich drauf und wollte losfahren… Ich bekam die 280 Kg schwere Maschine aber nicht vom Ständer! Sie stand soo schief das es für mich unmöglich war sie mit einem Bein gerade zu stellen.

Also erstmal absteigen, Jacke ausziehen und überlegen. Ich stellte mich dann links neben die Maschine, stelle sie gerade, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: Blos nicht zu weit kippen! Ich startete den Motor und ging neben dem Mopped her auf den Weg. Puuh war ich erleichtert 😀

Danach fuhr ich runter nach Gérardmer, ging dort in den örtlichen Hyper-U (eine Supermarktkette in Frankreich) und deckte mich mit Brot, Wurst, Käse und Wasser ein.Von Géradmer aus fuhr ich wieder Richtung Col du Bonhomme, da dort die Route-de-Crêtes beginnt. Auf dem Weg dorthin fand ich eine Recht eigentümliche Felsformation names „La Roche du Diable„. Ich hielt an um mir das ganze mal genauer anzusehen 😉

Von da aus ging es direkt auf die Route-des-Crêtes.

Was für eine geile Strecke!!! Jedem der auch nur in der Nähe ist, kann ich nur wärmstens empfehlen dort einmal langzufahren! Irgendwo auf der Strecke fand ich ein nettes Plätzchen, an dem ich erstmal frühstückte.

Praktischerweise gab es dort auch einen kleinen Brunnen, der von einer Gebirgsquelle gespeist wurde. Im Prinzip ja nur Wasser, aber sowas von erfrischend, kühlend und lecker… Fantastisch!

Von dort aus ging es über den Grand Ballon de Vosges und den Hartmannwillerskopf in die Schweiz. Bei Leymen fuhr ich in die Schweiz und dort über Délemont nach Balsthal.

Es war schon recht spät, und ich hatte noch nicht zu Mittag gegessen. Außerdem hatte ich ein drigendes Bedürfnis. Also fuhr ich von der Hauptstr. links in den Wald und was fand ich? Eine Art Vereinsheim von einem Modellbauclub, komplett mit Holz, Feuerstelle usw. Da niemand da war, stellte ich mein Mopped ab und verschwand erstmal schnell im Wald. Danach fing ich an Feuer zu machen und grillte meine 2, morgens in Gérardmer gekauften, Würstchen zu grillen. Außerdem holte ich mein Radio heraus und legte mein Handtuch zum Trocknen einfach auf die Strasse. Ich war bestimmt eine Stunde dort, habe jedoch niemanden zu Gesicht bekommen. Es waren vielleicht 300m zur Bundesstrasse, aber es war totenstill und völlig einsam.Herlich 😉 Der Wetterbericht für die Region sprach von 20 Grad und Sonnenschein für die nächsten Tage. Was will man mehr?

Nach dem Essen wollte ich langsam los in Richtung Pontarlier, denn dort wollte ich heute übernachten. Also ging es erstmal grob Richtung Süden. Durch kleine Schweizer Täler, vorbei an idyllischen Bauernhöfen, Gebirgsbächen usw.  sehr schöne Strecken! Ich hielt mich dabei jedoch immer penibelst an das Tempolimit, da ich von horrenden Strafen bei den Eidgenossen gehört hatte. So fuhr ich grob über Sonvilier und La Chaux de Fonds nach Pontarlier. Dort wollte ich in einer kleinen Hütte übernachten, die mir ein Freund empfohlen hatte. Es gäbe dort eine Feuerstelle, einen kleinen Bach, und eine Hütte mit Dach! Der Weg sei ganz einfach. Hinter den letzten Häusern von Pontarlier rechts und dann würde ich die Hütte auch schon fast sehen. Sie sei nicht zu verfehlen! Ich fuhr wie geheissen und stand recht unvermittelt auf einem Bauernhof und hörte, nichts gutes ahnend, ein recht unfreundliches Kläffen. 2 Sekunden später kamen auch schon 2 Hunde angerannt und schnappten nach meinen Beinen. Ich hielt das für den richtigen Zeitpunkt die angegebnen 82PS mal zu testen.

Ich fuhr dann die nächste Strasse rechts rein und fand die Hütte dann auch ohne Probleme 😉

Am nächsten Morgen kaufte ich wie üblich schnell was ein und fuhr wieder rüber in die Schweiz, allein schon weil das Benzin dort mit 97 Cent für den Liter Super saubillig war, anders kann man es nicht ausdrücken 😉 Heute wollte ich unbedingt zum Genfer See. Ich fuhr als erstmal nach Lausanne, teils recht unspektakulär über die Bundesstrasse. In Lausanne selbst habe ich mich selbst ins totale Verkehrschaos manovriert, weil ich nach Montreux wollte. Bei 28 Grad ( das weiss ich genau, ich stand nämlich 5 Minuten lang vor der Anzeige, da es nicht weiterging ) und strahlender Sonne unterhielt ich mich mit einigen Schweizern, die alle wissen wollten wo ich herkomme, wo ich hinwill usw. Die Unterhaltungen begrenzten sich aber meist nur bis zur nächsten Grün-Phase der Ampeln. Irgendwann war ich dann endlich raus aus Lausanne und war auf der Uferstrasse!

Ein unbeschreibliches Gefühl! Glasklares Wasser, eine wahnsinns Aussicht auf die (noch) Schneebedeckten Berge, und im Hinterkopf immer die Textzeile: We all came out to Montreux, on the Lake Geneva Shoreline

aus dem Lied „Smoke on the Water“ von Deep Purple.

Diese 10 Minuten, in denen ich unendlich langsam die Uferstrasse entlangfuhr, und wie Montreux dann langsam hinter einer Kurve auftauchte, waren unbeschreiblich genial! Einer der Höhepunkte, wenn nicht sogar DER Höhepunkt der ganzen Reise!

In Montreux selbst fuhr ich dann irgendwo runter an den See. Dort saß ich locker eine Stunde und hab einfach nur den See beobachtet. Superklares Wasser, so was hab ich vorher noch nie gesehen. Auf der anderen Seite des Sees ist Evian-Les-Bains, dort befindet sich die Quelle des gleichnamigen Wassers.

Nachdem ich nachgetankt und Schweizer Schokolade ( die natürlich geschmolzen ist *grr* ) gekauft hatte ging es zur Südseite des Sees nach Frankreich. Ich bin dort einige Zeit wahllos rumgefahren, weil es einfach superviele geile Kurvenstrecken gibt. Dort passierte mir allerdings auch etwas nicht so erfreuliches:

Ich fuhr mit ca. 120 ( die Franzosen sind da lockerer als die Schweizer ) einen Berg rauf und legte mich in eine Rechts Kurve. Plötzlich lag völlig unvermittelt und ohne jede Warnung Rollsplit auf der Strasse und das nicht zu knapp. Ich dachte in dem Moment nur: OK, das wars. Die Katana fing an zu schwimmen und zu schlittern, aber so plötzlich wie der Splitt kam, war er auch wieder weg. Ich hielt an und stieg total zittig vom Mopped ab und setzte mich erstmal auf eine Mauer um runterzukommen. Ich bin eigentlich Nichtraucher, aber in dem Moment hätte ich eine Kippe gut gebrauchen können…

Na ja, irgendwann hatte ich mich dann wieder beruhigt und fuhr Richtung Albertville, wo ich die Nacht verbringen wollte. Die Fahrt durch die hohen Savoyen war natürlich genial! Erste Zaghafte Pässe wie z.B. der Col de la Colombière:

Als ich in Albertville ankam sah der Platz ziemlich bescheiden aus… Ich fuhr noch 20km, um festzustellen, das alle anderen Plätze zu hatten. So ein Mist! Also zurück. Die Information war nicht besetzt, also fuhr ich auf den Platz und baute mein Zelt auf. Ich ging an dem Abend noch 4 mal schauen, doch es war nirgends ein Platzwart zu sehen. Die Sanitären Anlagen hatten den Namen nicht verdient. Ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein! Und das will schon was heissen.  Ich aß etwas und ging dann recht früh schlafen. Am nächsten Morgen war immernoch kein Platzwart zu sehen, sodass ich kurzentschlossen einfach gefahren bin. Wenn die mein Geld nicht wollen sind sie es selbst schuld, ganz einfach! Und es ist schon ziemlich frech für so einen Platz Geld zu verlangen…

Morgens ging es bei Nebel, der aber bald von der Sonne verdrängt wurde los. Als erstes ging es auf den Col de la Madeleine, meinem ersten 2000er 🙂 Was ein geiles Gefühl 🙂

Dort war ich als 16 Jähriger schon mit meinem Vater gewesen. Als Sozius auf seiner 750er 😉 Weiter ging es über den Col de la Croix de Fer, den Col du Glandon, auf dem ich auch merkte, das es noch früh im Jahr war 😀

Als ich auf die Karte sah fiel mein Blick irgendwie auf L`Alpe d`Huez. Ich dachte mir nur: Da muss ich hin. Also auf gehts 😉

Also ging es vorbei an Gebirgsbächen und Seen, die ich erstmal ausgiebig als Fotomotive nutzte, über kleinste Strässchen ( und die waren wirklich klein, da hätten kaum 2 Moppeds aneinander vorbeigepasst ) nach L`Alpe d`Huez. Dort angekommen vielen mir die vielen Holländer und die vielen Radfahrer auf. Es gab wohl eine Radsportveranstaltung, denn das Niederländische Militär hatte den Berg quasi abgeriegelt. Nun stand ich da. Ein kleines Schild wies zum Col de Sarenne. Ich hab mir nichts dabei gedacht und bin dem Schild nachgefahren. Erst hieß es nur Fahrzeuge bis 7,5 t, dann 3,5, dann Benutzung auf eigene Gefahr und Route pastorale. Es war eine Schotterpiste, durchzogen von kleinen Bächen die ins Tal flossen, nichts war befestigt, und ich mit einem Motorrad, mit dem man nichtmal einen Bordstein runterfahren kann ohne aufzusetzen 😀 Denzel führt den Pass unter SG 3. Aber es war sauspaßig, vorallem das Gesicht des Schweizers, der 10 Minuten vorher stehend auf seiner R1200GS an mir vorbeigefahren war, war unbezahlbar 😀

Ich wurde mit einer Wahnsinnsaussicht, sowie einigen Büscheln Edelweiss belohnt 🙂 Es hat sich echt gelohnt, und ein wenig „Enduro-Luft“ schnuppern war auch nicht schlecht 😉

Von dort aus wollte ich über den Col de Lautaret und den Col du Galibier wieder nach Norden um in der Schweiz zu übernachten. Diese Pässe waren jedoch noch gesperrt, was mich dazu brachte über Montcenis von Italien wieder nach Frankreich zu fahren, da so den Col du Galibier umfahren musste. Da ich nun doch heimweh bekam, ging es von dort nach Genf, wo ich die Bundesstrasse 1 suchte, die von Genf nach Basel führte. Da diese Strasse jedoch nicht ausgeschildert war, fuhr ich wieder nach Frankreich, um von dort nach Nyon zu fahren, wo ich auf die B1 stiess. Diese fuhr ich bis nach Basel ( es war mittlerweile 2 Uhr Nachts), um dort über A5 und A3 nach Hause zu fahren. Um 7 Uhr morgens klingelte ich meine Freundin aus dem Bett um mich 2 Minuten später wieder mit ihr hinzulegen.  Auf der letzten Etappe bin ich ca. 1200km in 14 Stunden gefahren. Als ich in Siegburg von der AB fuhr sah ich in den Wolken jedoch schon weisse Mäuse 😀

Alles in allem eine Supergeniale Tour, die ich jederzeit wiederholen würde.

Advertisements
Kategorien: Meine Moppeds | Hinterlasse einen Kommentar

Beitragsnavigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: