TÜV, oder: „Einmal Passierschein A38 bitte!“


Das wichtigste vorn weg: Ich hab TÜV! Der Weg dahin war jedoch lang und hart nass!

Wie im Blog zu lesen habe ich mir eine DR zusammengeschraubt, mit der es nun nach ungefähr einem Jahr Bastelarbeit zum TÜV gehen sollte. Ich hab mir von mehreren Leuten sagen lassen, das der TÜV in Friedrichsdorf ziemlich gut sein soll, also vereinbarte ich für Montag 13:00 Uhr einen Termin.  Nach ca. 500 Probekilometern am Wochenende war ich auch recht zuversichtlich, aber ein bisschen Unsicherheit hat man immer. Ich zumindest.

Um 12:00 zog ich meine Lederjacke an und fuhr los. Um Viertel vor Eins rollte ich auf den Hof und stelle fest, das bis 13:00 Mittagspause war. Direkt neben der Prüfstelle war jedoch ein türkischer Supermarkt, wo ich mir`ne Dose Fanta (ohne Pfand, weil aus der Türkei) und ein paar Kekse besorgte. Gegen 13:10 kam dann der Prüfer. Ich ging in`s Büro um mich anzumelden. Ich gab ihm den Brief, die ABE für die Stahlflexleitungen, sowie das Teilegutachten für den Acerbis Tank und die Reifenfreigabe für`s Hinterrad. Denn ich hab hinten nicht den originalen 110er, sondern einen 120er. War drauf als ich die Felge gekauft hab. An sich ja kein Problem, denn es gibt eine Freigabe von Suzuki dafür. Da meinte er schon, dass er mir nichts eintragen dürfte, weil er dazu nich befugt sei. Ergo 2 erhebliche Mängel. Ich fragte ihn was ich machen könnte: Er könnte HU+AU machen, und die Kollegen in Frankfurt-Kalbach könnten im Rahmen einer Nachprüfung die Sachen eintragen. Wenn ich es heute noch schaffen würde, wäre dies auch kostenfrei. Ich stimmte zu und der Herr Ingeniör ging an die Arbeit. Gefunden hat er nix 😉 Also gab es einen Prüfbericht in dem das Hinterrad sowie der Tank als erheblicher Mangel auftauchten.

Er gab mir noch die Nummer des TÜVs in Kalbach. Ich rief dort an: Die Dame hätte fast angefangen zu lachen, als ich sagte, dass ich gern jetzt zu einer Eintragung vorbei kommen würde: „Ai des geht net, außerdem brauche se da e Termin zu usw“… Aber ich sollte mal in Friedberg anrufen, da bestünde die Möglichkeit wohl auch. Ich rief nicht an, sondern fuhr vorbei, da ich ja eh in Friedberg wohne. Die Dame an der Anmeldung winkte ab, Termin und bla. Aber in Butzbach wäre bis 18:00 ein Gutachter, da solle ich mal hinfahren.

Ich fuhr also nach Butzbach. Der Prüfer dort war auch schon eine ganze Ecke freundlicher und erklärte mir, das es in Hessen vor 3 Jahren einen Vorfall gegeben hätte, bei dem jemand einen Reifen eingetragen hatte, bei dem es dann irgendwie Komplikationen gab und der Verunfallte den Tüv belangt hätte. Seitdem dürften sie sowas nur noch mit Fahrversuch und Schiessmichtot eintragen. Der Prüfer war aber vorher in Bayern tätig gewesen und meinte, das die Regelungen für Eintragungen dort wesentlich liberaler seien. Ich solle doch mal in Alzenau anrufen und dort fragen.

Ich rief also in Alzenau an, wo mich eine nette Dame nach Aschaffenburg verwies, da in Alzenau heute kein Prüfer mehr da sei. In Aschaffenburg wurde ich dann mit dem Prüfstellenleiter verbunden, der total cool war: „Wos? A Hinterrad oitrage? Hesch Papiere?“ Ich bejahte. Ich fragte ob ich vorbeikommen könnte. Er fragte: „Heute? Bei dem Scheisswetter? “ Ich sagte, das mir das Wetter egal sei, immerhin war ich eh schon durchnässt. Er erklärte mir noch genau den Weg und etwa eine Stunde später stand ich bei ihm auf dem Hof. Er bot mir erstmal einen heissen Kaffee an und schob dann mein Mopped auf die Bühne. Ich gab ihm Papiere für Reifen und Tank. Er schaute sich alles an, meinte „Passt“ und verschwand in sein Büro.

10 Minuten später kam er raus und gab mir den Prüfbericht hier:

Letztendlich habe ich meinen Tüv bekommen, aber mit was für einem Aufwand… Bei uns in NRW hätte der TÜV das ohne Bedenken eintragen, und hier muss ich einmal durch die Weltgeschichte bummeln.

Und was lernen wir daraus? Bayern ist gar nicht so schlecht wie alle sagen 😉

Advertisements
| 9 Kommentare

Beitragsnavigation

9 Gedanken zu „TÜV, oder: „Einmal Passierschein A38 bitte!“

  1. Jesses, was ne Tortour!
    Aber: Ende gut, alles gut…

  2. Daraus machen wir am Mocamp ein Theaterstück.

  3. Der TÜV ist zu echt nix zu gebrauchen, Stilllegen darf jeder, aber Eintragungen vornehmen nicht. Blöder Verein. Ein Glück, dass ich so hibbelig bin und noch bevor ich irgendwas zum Aufbauen/Umbauen und Abnehmen habe, jedes Mal beim TÜV frage was geht und wie man das am Besten macht.
    Hoffentlich gehts dann, wenn es denn irgendwann mal soweit ist, problemlos, aber Hoffnung habe ich da auch nur geringe.

    Dennoch, Glückwunsch zur bestanden HU 😀

  4. Interessant.
    Ich hatte in meinem alten Fahrzeugschein, der noch etwas mehr Felder hatte, alle in http://motorrad.suzuki.de/uploads/tx_mcreifen/DR_350_S__2f_SE__2f_SH__7c_SK42B.pdf aufgelisten Größen standen: http://www.rrr.de/~phil/motorrad/dr-schein.jpg

    Bei der Ummeldung bekam ich diesen zweiteiligen Brief, in dem die Angaben aus Feld 22/23 wegfielen, da diese Felder nicht mehr existierten. Das alte „Ziffer 23 wahlwesise 110/100…“ wurde aber in das Freitextfeld übernommen, vermutlich weils ne Extra-Eintragung ist und die Amtsdame da nicht einfach dran rumeditieren darf.

    Naja, zumindest bemerkte ich das ganze erst daheim, und fragte daraufhin nach, wieso sie mir da einfach eine Reifenfreigabe rausgeschmissen hat. Daraufhin wurde mir gesagt (die Mails habe ich noch, und Behörden müssen ihre Kommunikation ja bekanntermaßen auch Revisionssicher archivieren), das sei durch den Satz „Reifenfreigabe gemäß ABE beachten“ alles abgedeckt, ich dürfe damit ohne jeweils eine weitere Abnahme/Eintragung zu machen sämtliche Dimensionen aus obigem Dokument fahren.

    Gut, mein Dekra-Mensch in Karlsruhe würde vermutlich sowieso keine Probleme machen, der ist generell sehr korrekt eingestellt (Hier, da die Dokumente zur Drosselung, habe ich eingebaut, sieht man aber von außen leider nicht – Kein Problem, wenn du bescheißen wolltest könntest du sie auch danach wieder ausbauen, ich trags dir ein). Trotzdem ist so ein Wirrwarr und keine sichtlich erkennbaren Richtlinien auf Bundesebene albern.

    • Hey Moritz,
      ich versteh ja den Sinn hinter den Eintragungen, gibt ja auch Idioten die sich wer weiss was an ihr Mopped basteln. Aber einfach die „Unfähigkeit“ des TÜVs in mehrerlei Hinsicht versteh ich absolut nicht. Auch das was Max geschrieben hat… Das ist ein Paradebeispiel für die deutsche Zuständigkeitshysterie…

  5. Stefan Wolf

    „… Erbarme… zu spät!… die Hesse komme…! 😉

    Viel Spaß mit dem „DReckstück“… und das es auch immer schön anspringt des Moppedle, gell 😉
    LG Lupus

  6. Ist wirklich so, in NRW wäre das alles No-Problem gewesen.

    • Schönstes Bundesland der Welt 😉 In Leverkusen beim Tüv haben die mir schon Sachen ohne irgendwelche Papiere eingetragen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: