Anreise nach Island



So,

wir haben es geschafft!

Unsere Anreise war ein echtes Abendteuer:

32 Stunden fuer 1100km.

Morgends gegen halb 8 kamen Ernie Troelf und Pistonpin zu mir nach Friedberg. Ernie musste dann erstmal noch Gepæck loswerden, weil seine XT mit 35L Tank und den Koffern einfach viel zu schwer war. Gegen halb 9 ging es dann los. Geplant war eigentlich 6 Uhr, aber puenktlich kann ja jeder!

Erste Station war beim Griesgram in Goettingen, bis dahin lief auch alles super! Wir machten Kilometer und lagen gut in der Zeit. Unser Plan bestand darin, Freitags bis zu Bekannten nach Ploen, einer kleinen Stadt bei Kiel, zu fahren und dann Sasmtags von dort aus zur Fæhre. Aber es sollte ganz anders kommen…

Nachdem der Griesgram uns zum Mittagessen in Form von Brøtchen eingeladen hatte, riet er uns noch bis Braunschweig ueber die Autobahn zu fahren, was wir auch taten. Irgendwann machten wir dann an einer Raststætte eine Pause. Gerade als wir wieder losfahren wollten, bemerkte ich, dass es hinten irgendwie ziemlich ziemlich schwammig lief. Fazit: Ich hatte einen Plattfuss. Also wechselten wir in der prallen Sonne bei 40 Grad den Schlauch. Schatten gab es nur kurz, da der LKW welcher uns Schatten spendete recht schnell weiterfuhr. Immerhin guckten uns 2 polnische Schulklassen dabei zu. Nach ca. einer Stunde konnten wir dann weiterfahren, allerdings nur um an der nåchsten Rastståtte gleich wieder anzuhalten: An Patricks XT hatte sich eine Schraube der Tankhalterung verabschiedet, und zwar so, dass ein schøner Rest im Gewinde steckte. Obendrein fuellte ich noch zu viel Øl in die DR, welches ich dann wieder ablassen musste. Verdammte Ølrahmenmoppeds…

Patrick steckte dann ein Tuch zwischen Tank und Rahmen um den Tank zu fixieren, was auch ganz gut klappte. Mittlweile war es allerdings schon 17:00 Uhr, sodass wir unser selbstgestecktes Ziel, næmlich gegen 20:00 in Kiel zu sein, vergessen konnten!

Es ging dann weiter ueber die Bundesstr. von Gifhorn nach Lueneburg.

Dort kam dann der Hammer: Es find so dermassen an zu stuermen, dass eine Weiterfahrt unmoeglich wurde. Meine Heidenaus waren auf der Strasse so schon arg rutschig, aber auf nasser Strasse mit sehr starkem boeigen Seitenwind waren sie schlichtweg lebensgefæhrlich!

Also stellten wir uns unter eine Bruecke und warteten. 2 Stunden lang. Dann war das Gewitter vorbeigezogen und wir konnten es wagen weiterzufahren. Dummerweise war das Gewitter nun vor uns, sodass wir nach 10 Minuten schon wieder mittendrin standen. Gegen 24:00 standen wir dann voellig uebermuedet und durchnæsst in einer Bushaltestelle und wussten echt nicht mehr weiter. Dies fuehrte zu einigen Telefonaten, die leider auch keine Abhilfe schafften. So fuhren wir weiter, bemerkten allerdings das wir absolut nicht weiterfahren konnten, da uns beiden die Augen zufielen. Also legten wir uns in der næchsten Bushaltestelle hin um 2 Stunden zu schlafen. Als wir wach waren ging es dann weiter, wobei wir beide absolut keine Moeglichkeit mehr sahen es noch bis zur Fæhre zu schaffen, weil es einfach schon so spæt war. In Lueneburg flammte dann allerdings unser Kampfgeist wieder auf.

Mir kam ein Spruch aus Long Way Round in den Sinn:

„And were not gonna be Pussys and fuck off when it gets rough“

Also erstmal einen Kaffe und was zu essen bei McDonalds. Von dort ging es auf die Bahn und dann in 50KM Abschnitten weiter. Nach den Pauseen ging es 10Km und danach fielen uns wieder die Augen zu. Leztendlich haben wir es jedoch mit akademischer Puenktlichkeit von 15 Min Verspætung zur Fåhre geschafft!

Mann was waren wir stolz auf uns!

An der Fæhre standen dann eigentlich nur BMWs. Und eine Varadero, welche Michi, einem Moppedfahrer aus dem Westerwald gehøhrte. Mit ihm haben wir dann erstmal ein Fåringer-Bier getrunken, welches im uebringen sehr lecker war!

Danach bezogen wir unsere Kabine, wo wir spåter Gerd kennenlernten. Er arbeitet fuer den MDR und war mit einem Expeditionsmobil unterwegs. Ausserdem kann er das Filmteam welches Biki bei einer ihrer letzten Reisen getroffen hatte.

Ein Beispiel dafuer, das die ganze Welt ein Dorf ist. Weiter Beispiele: an der Fæhre trafen wir ein Pårchen aus Gross-Umstadt 😀 Und ein Ehepaar aus Leichlingen, das Dorf in dem meine Mutter arbeitet 😀

Der erste Abend war super, wobei wir doch ziemlich schnell ins Bett fielen.

Am zweiten Gang ging es dann Rund: Wir fuhren durch ein Sturmtief… Leichenblasse Gesichter und Brechbeutel wohin das Auge sah. Uns ging es realtiv gut, da wir uns einen Tisch gesucht hatten, der genau im Angelpunkt des Schaukels lag.

Eine skurrile Szene spielte sich dann an der Rezeption der Fåhre ab: Eine deutsche Rentnerin beschwerte sich bei der armen Angestellten darueber, das das Schiff so wackeln wuerde und sie das doch bitte abstellen sollte. Die arme Angestellte hatte muehre und Not der Dame klar zu machen, das das nicht moeglich sei 😀

Nun sitze ich auf den Farøern und schreib das hier auf, wobei ich noch sauviele Details ausgelassen. Alle Details gibts dann am næchsten Lagerfeuer!

 

Sorry fuer den kurzen Artikel, aber die Fæhre geht weiter!

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Kategorien: Reisen | Schlagwörter: , , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Anreise nach Island

  1. Das war aber echt ein Krimi! Nachdem wir telefoniert hatten, war mir echt ein bisschen bang! 🙂 Das war dann auch erst wieder gut, als die Meldung kam, dass ihr auf der Fähre seid! 🙂 Aber dass ihr das schafft, war eigentlich klar… 😉

  2. Lupus X

    Hallo Micha,

    yeah… leiden sollt Ihr… 😉 Super Story, weiter so…

    Gruß
    Stefan

  3. Das faengt ja gut an. Die Welt ist wirklich ein Dorf, neulich noch bei Biki auf dem Blog unterwegs, nun ueber Deinen Blog gestolpert, und meine SchwieMu lebt in Leichlingen…

    Gute Fahrt, und ab jetzt bitte noch mehr Katastrophen 😉

    Cheers from Canada’s We(s)t Coast.

    SonjaM

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