Das Alte Elefantentreffen am Nürburgring 2012


Das Elefantentreffen. Wer kennt es nicht? Manche sagen jeder Motorradfahrer sollte mal dagewesen sein, andere tun es als Treffen von einigenVerrückten ab, die sich gemeinsam den allerwertesten abfrieren.

Das Treffen fand das erste Mal 1956 in der Nähe von Stuttgart statt. Der Name Elefantentreffen leitet sich von der Zündapp KS 601 ab. Diese hatte den Beinamen „Der grüne Elefant“, da es für damalige Verhältnisse einen sehr kräftigen Motor hatte.

Der grüne Elefant - Zündapp KS601

Ernst Leverkus, das ist der Typ dem wir unter anderem den Tankrucksack verdanken, hatte die Idee das alle „Elefantentreiber“ auf einem Treffen zu vereinen. Das Treffen fand großen Anklang bei allen Winterfahrern und so wurde es an den Nürburgring verlegt.  Danach zum Salzburgring und von dort zum Talkessel von Loh in der Nähe von Passau. Dort findet seit 1989 das Elefantentreffen statt. Am Nürburgring findet seit 1990 das sog. „Alte Elefantentreffen“ statt.

Es gibt also 2 Elefantentreffen. Eins in Bayern und eins in der Eifel. Die Organisatoren ( der Bundesverband der Motorradfahrer zum einen, und das sog. „E-Team“ zum anderen) haben sich jedoch insoweit abgestimmt, dass das Alte Elefantentreffen immer 2 Wochen nach dem Elefantentreffen stattfindet.

Soviel zum Ursprung. Da ich Dinge über die andere diskutieren gerne selbst ausprobieren, verabredete ich mich im Forum des alten Elefantentreffens mit Micha, einem R1200GS Fahrer aus meiner Nachbarstadt und einigen weiteren Unbekannten zur gemeinsamen Anfahrt. Denn zusammen ist man weniger allein 😉

So machte ich mich Freitag gegen 9 Uhr auf in Richtung Langenfeld und traf mich dort mit Micha. Von ihm erfuhr ich, dass der Rest der Truppe sich etwas verspäten würde. So quatschten wir noch ein wenig und fuhren dann zum Treffpunkt, wo wir von Willi, einem ETZ250 Gespann-Treiber empfangen wurden.

DR, Micha und ETZ

Nach einem kurzen Plausch kamen dann auch Sören (Aprilia Pegaso), Harald (Ural Gespann), Ed (XT500) und Uli (Kawa ER5). Zusammen bildeten sie die Motorradinteressengemeinschaft (kurz MIG) Manni.Eine sehr nette und entspannte Truppe mit der ich wirklich Spaß hatte.

Manni

Nach einem Kaffee setze sich unsere kleine Karawane dann in Marsch. Der Weg ging via A1/A61 zum Nürburgring. Bei einer Pause musste ich den Schalthebel der DR arretieren, da sich die Feder, die den eigentlichen Schalthebel arretiert, gelöst hatte. Als Moppedfahrer von Welt hatte ich natürlich Blumendraht dabei, der das Problem schnell löste 😉

So kamen wir gegen 14:30 am Platz an. Am Eingang zahlten wir die 22€ Eintritt und bekamen dafür ein Bändchen. Danach schlugen wir unser Lager auf und besorgten mit der Ural Holz. Ein Holzscheit, der ungefähr einen Meter lang war, kostete 1€. Ein fairer Preis wie ich finde. Lt. E-Team machen sie mit dem Feuerholz regelmäßig Verlust, bieten es aber weiterhin an. Die mitgebrachte Kettensäge zerlegte die Scheite schnell in handliche Stücke, die das Feuer dann auch schnell zum Brennen brachten.

Feuer? Läuft!

Der Abend nahm dann mit diversen Kalt- und Heißgetränken seinen Lauf 😉

Am nächsten Morgen gingen wir gemeinsam über den Platz und zum Orga-Zelt, wo es Aufnäher, Aufkleber, Jahresplaketten usw. gab. Auf dem Weg zurück entdeckten wir dann diese Radar-„Falle“:

Lasermeßgerät mit Rangliste

Die Person die diesen Berg mit 59 KM/H hochgedonnert ist, ist übrigends entweder ein verdammt guter Fahrer oder einfach völlig verrückt. Ich glaube eher an letzteres. Das Meßgerät stand vor einer Kurve auf einem schlammigen Waldweg…

Zurück im Camp packten Willi und Harald dann ihren Hähnchengrill aus. Dieser wurde von einem Sitzverstellmotor, der mit einer Autobatterie verbunden war, angetrieben. So brutzelten die Hähnchen rund 4 Stunden über dem offenen Feuer:

Hähnchengrill

Außerdem wurde die unterwegs gesehende extrem innovative und einfache „Bier-an-Baum-Befestigungs-Lösung“ nachgebaut:

Bierbaum

Während die Hähnchen brutzelten wurde noch Stockbrotteig angerührt. Auf dem Weg zum Eingang sah ich dann diesen Franzosen mit seiner BMW:

Ski-Mopped

Der gute hatte wohl mit mehr Schnee gerechnet. So kam er nämlich kaum von der Stelle, da er immer wieder aufsetze. Schnee war auch so eine Sache. Noch vor 2 Wochen war es knackig kalt und trocken. Also eigentlich perfekte Bedingungen. Aufgrund der hohen Temperaturen von ~5°C taute der Schnee jedoch weg und verwandelte alles in eine riesige Matsch-Pfütze. Nachts gingen die Termperaturen zwar unter den Nullpunkt, das half aber auch nichts.

Too much Matsch

Glücklicherweise hatte ich Gummistiefel dabei, sodass mir der Matsch eigentlich nichts ausmachte. Dummerweise lag unser Camp am unteren Ende eines kleinen Abhanges was dazu führte, dass einige Motorräder bei der Abfahrt herausgeschoben werden mussten. Die Ural, die XT und meine DR kamen so raus, beim Rest musste nachgeholfen werden.

Gegen Abend waren dann auch die Hähnchen fertig:

Essen ist fertig!

Nach dem Essen wurde das Feuer dann gleich vom nächsten kulinarischen Hochgenuss in Beschlag genommen:

Feuerzangenbowle

Als die Verköstigung beendet war, hörten wir in der Ferne schon die Motoren bollern. Das hieß die Fackelfahrt hatte begonnen. So begaben wir uns zum Eingang und schauten uns das Spektakel an. Ich habe noch nie vorher so viele Motorräder hintereinander gesehen. 15 Minuten lang fuhr ein Motorrand nach dem anderen an uns vorbei.

Danach ging es in die Ring-Gaststätte und später hoch zum Müllenbach-Event-Center. Allerdings hatte das MZ-Gespann leichte Probleme bergauf 4 Personen zu kutschieren. Ein Mitglied der Mannis hatte Geburtstag und dies wurde natürlich ausgiebig gefeiert. Das Geburtstagskind feierte wohl etwas zu doll, denn es musste anschliessend von ein paar Leuten ins Bett getragen werden…

Da seitens der Polizei am Sonntag mit massiven Kontrollen zu rechnen war, liessen wir uns Zeit und waren auch die letzten die am Sonntag den Platz verliessen. Ed`s XT war wohl noch etwas müde und verweigerte mitten auf einer 3 spurigen Bundesstrasse den Dienst. Da es keinen Seitenstreifen gab, wurde sie kurzerhand mit Haralds Ural abgeschleppt. Auf einem Feldweg stellten wir fest, das es keinen Zündfunken gab. Nachdem der Zündungsdeckel geöffnet wurde, war der Funke plötzlich wieder da und die XT lief wieder. Also alles wieder zusammengeschraubt und weiter gings.

Gegen 18:00 war ich dann wieder zu Hause.

Mein Fazit: Ich finde das Elefantentreffen ist trotz seiner Größe sehr familiär. Trotz den miesen ( zu warm und zu wenig Schnee ) Wetters war die Stimmung super. Man hörte immer irgendwo ein Mopped langdüsen und Musik gab es auch. Manchen Leuten ist dies wohl negativ aufgefallen, ich fand es jedoch voll in Ordnung. Im Vergleich zu Rock am Ring ist es wirklich leise und gesittet. Nächstes Jahr will ich unbedingt mal zur Cross-Strecke, das habe ich dieses Mal irgendwie nicht geschafft, aber eins ist sicher: Ich komme wieder!

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Kategorien: Ausflüge, Treffen | Hinterlasse einen Kommentar

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