Ein wenig in der Vergangenheit schwelgen…


Angefixt von den Herren Trölf und Hafenwasser habe ich mir überlegt die bisherige Zweirad-Karriere meines noch jungen Lebens aufzuschreiben.

Infiziert war ich glaube ich von Geburt an. Als Kind habe ich mir immer die alten Reisealben meines Vaters angesehen, der mit seiner GS750 ganz schön rumgekommen ist ;)Das Patenkind meines Vaters hatte irgendwann ein Elektromotorrad ( und das Anfang der 90er, verdammt waren wir Vordenker! ), das sage und schreibe 3 Km/h fuhr. Mit zuschaltbarem Turbo sogar 4 KM/H!

Mit 14 bin ich dann glaube ich das erste Mal bei meinem Vater mitgefahren. Danach ging es auf „grosse“ Tour in die Seealpen nach Frankreich. Auf einem Campingplatz dürfte ich dann auch das erste Mal selbst fahren. Bis zum anhalten ging auch alles gut. Im Stand fiel ich dann allerdings um und der Kofferträger brach. Er wurde geklebt und weiter gings 😉

Mit 15 gab es dann mein erstes motorisiertes Zweirad. Heute muss ich zu meiner Schande gestehen, das ich auf den Plastikroller-Zug aufgesprungen bin. Ich kaufte mir eine Aprila SR50, erste Baureihe. Natürlich lief er nicht als ich ihn gekauft habe. Mit meinem Vater habe ich den Motor repariert und los ging es. Irgendwann war die Ölpumpe im Eimer, was zu einem Kolbenfresser führte. Jedenfalls war es eine recht abendteuerliche Zeit. Da ich natürlich nichts am Motor verändert hatte *hust* musste ich auch die Polizei nicht fürchten 😉 Die Farbe war übrigends extrem stilsicher 😀

Meine SR

Mit 17 1/2 kam dann das erste richtige Motorrad 😉 Eine Suzuki GS550M Katana. Ein „Bastlerfahrzeug“ wie es so schön heisst. Die Zylinderkopfdichtung war defekt und sie stand einige Jahre. Also Vergaser gereinigt, Dichtung ersetzt neue Reifen und ab zum Tüv. Untenrum lief sie nie so wirklich gut, was wohl auch daran lag, dass ich genau wusste das ich sie nicht lange behalten will und damals auch noch nicht so eine Beziehung keine Ahnung von meinen Fahrzeugen hatte. Ich hatte sie gekauft, weil sie billig war. Sie hatte einen Tag 34 PS, nach dem Tüv Termin war sie dann komischerweise schneller. Man könnte fast meinen, dass sie 50PS hatte. Ich unternahm die ersten kleinen Touren ins Weserbergland, und war 2x mit ihr in den Vogesen. Eigentlich ein schönes Mopped, allerdings hatte ich mittlerweile eine 750er Katana gesehen und hatte mich sofort verliebt. Sie war schwarz und hatte ein Speerheck. Für mich war sie DAS Sportmotorrad schlechthin, was sie heute übrigends immernoch ist ;).

Mit der Katana in der Eifel

Mit ihr bin ich in 2 Jahren rund 35000Km gefahren. An sich ein zuverlässiges Motorrad, allerdings hatte sie so ihre Probleme mit dem Anspringen. Als ich die große Katana zugelassen hatte wurde sie verkauft. Ein bisschen Wehmut war allerdings schon dabei.

550er, 750er und 1100er Katana auf der Tonenburg

Irgendwann passierte es dann. Ich fand bei eBay (m)eine Katana. Sie hatte 7200km auf der Uhr und sah aus wie neu. Mit Vaddern telefoniert und schon waren wir unterwegs. Ich weiss es noch als ob`s gestern war 😉 Es war das Wochenende bevor ich eingezogen wurde und nach ca. 300km bemerkten wir bei einem Blick in die Papiere, dass der Hänger eine 100er Zulassung hatte 😀

Stolz wie Oskar!

Sie hatte mehr als 20 Jahre gestanden. Allerdings trocken und gut geschützt. Also wieder das übliche 😉 Ventildeckeldichtung ersetzen ( 80€ bei Suzuki, das tat weh ), Vergaser gereinigt (die Schwimmerkammern waren voll mit einer Masse die stark an Lakritz erinnerte), Tank entrosten und beschichten lassen, neue Reifen, Stahlflex, Konis, Wilbers Gabelfedern und eine originale Verkleidung. Die erste Fahrt zu TÜV kam Geschlechtsverkehr schon ziemlich nahe. Der Tüv-Prüfer fand auch einige lobende Worte und ich bekam die Plakette ohne Mängel. Danach folgten Touren in die Schweiz, Frankreich, Italien und die Beneluxländer und durch gesamt Deutschland. Bis heute ist sie mein absolutes Lieblingsmotorrad ( was mir die DR wohl damit danken wird, dass sie nicht anspringt 😉 ).

Auf dem Weg in die Seealpen 2008

Irgendwann zog meine damalige Freundin um. Zu dieser Zeit stand in der Strasse in der sie wohnte ein Motorrad am Strassenrand. Im vorbeifahren spingste ich immer ein wenig. Wie es so kam wurde ich dann nach Köln versetzt ( ich war zu der Zeit bei der Luftwaffe ) und hatte nun die komfortable Situation, dass meine Freundin 5 Minuten von der Kaserne entfernt wohnte. Also musste ich auch ziemlich oft an dem Motorrad vorbei. Irgendwann prangte dann ein Aufkleber vom Ordnungsamt auf der Maschine, dass diese entfernt werden sollte. Ich klebte also einen Zettel mit meiner Handynummer an die Maschine mit dem Hinweis, dass ich das Mopped gern kaufen würde. Der Eigentümer meldete sich auch prompt, und da die Maschine bis zum nächsten Tag entfernt werden sollte, hatte ich ziemlich gute Karten. Dies führte dazu, dass ich sie für 90€ bekam. Ich hatte keine Ahnung um was für eine Maschine es sich handelte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es eine Honda GB500 Clubman war. Verdammt selten und verdammt teuer. Ich freute mich wie ein Schneekönig. Da es erstmal keinen Schlüssel gab ( dieser tauchte dann später aber auf ), wurde sie kurzerhand kurzgeschlossen und sprang nach 3 Tritten an. Allerdings nahm sie kein Gas an. Irgendwann fiel uns auf, dass der Düsenstock im Vergaser fehlte. Keine Ahnung welcher Held da rumgeschraubt hat.

Die Honda bei der Abholung

Die Farbe, die irgendwelche Idioten draufgesprüht hatten wurde entfernt, die gerissene Sitzbank neu bezogen und die Maschine anschliessend in Bordeaux-Rot lackiert. Und seitdem läuft und läuft und läuft sie. Sommer wie Winter.

Honda und Katana auf gemeinsamer Fahrt

Die Honda ist mittlerweile das Familienmotorrad geworden.

Irgendwann sah ich in der Werkstatt meines Vertrauens eine GS400. Der Besitzer hatte sie selbst gerade gekauft und war am überlegen sie wieder aufzubauen. Ich schwatze sie ihm ab. Rückblickend eine zu spontane und unüberlegte Entscheidung. Heute würde ich sie nicht mehr kaufen.

GS400

Ich habe nicht wirklich was dran gemacht. Sie wurde zum Ratbike umgebaut und verkauft. Ich habe den Tank mit schwarzem Kunstleder und die Sitzbank mit Wildschweinfell bezogen. Sah schon geil aus 😉

Die Sau!

Ich habe sie dann mit einem kleinen Gewinn wiederverkauft.

Da die Katana ja eher ein Sport-Motorrad, und die Honda nicht wirklich gepäckfähig ist, kam im November 2009 eine Kawasaki KLR 650 Tengai in Haus. Ein schöner Reisedampfer: 650cm³ Einzylinder, Wassergekühlt, 24L Tank, bequeme Sitzbank und eine riesige Gepäckbrücke, die genau die Grundfläche einer Kiste Bier hat. Die erste größere Tour sollte nach Karlsruhe zum Suzuki GS Stammtisch gehen. Die Tour war ungeführ 400km lang und führte von Köln über Rüdesheim und die Bergstrasse nach Heidelberg. 15Km vor dem Ziel legte ich mich dann bei Blitzeis auf die Nase. Was genau passiert ist, könnt ihr hier nachlesen.

Nachdem die Kawa und ich wieder ganz waren, dauerte es ungefähr 2 Wochen, bis mir ein Taxi die Vorfahrt nahm. Mir passierte nichts ( außer Prellungen ). Die Kawa war jedoch Schrott. Aber so richtig. Der Rahmen war krumm, der komplette Vorderbau nur noch ein Klumpen Aluminium. Wir beide hatte leider kein Glück miteinander.

Da in mir aber immernoch der Wunsch nach etwas geländegängigem schlummerte, kam ich auf die DR. Vorher war ich schon die 350er, 650er und 800er gefahren. Die 350er gefiel mir am besten, nicht zuletzt wegen dem geringen Gewicht und dem haltbaren Motor. So kam es, das ich bei einer eBay Auktion einen DR Rahmen samt ein paar Teilen erstand. Nach und nach wurde sie dann aufgebaut. So konnte ich das Motorrad von grund auf aufbauen und jedes Teil begutachten und prüfen. Also keine bösen Überraschungen. Jedenfalls fast keine. Island hat die „kleine DR“ ohne Probleme ( von einem kaputten Simmerring am Federbein abgesehen ) überstanden.

DR 350

Auch im Schnee macht sie eine gute Figur:

Wintercamp im Vogelsberg

 

Im Feburar 2012 kam dann noch eine MZ TS250/1 dazu. Diese wird im Momemt auf- bzw. umgebaut. Seid gespannt 😉

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Kategorien: Meine Moppeds, Nebenbei | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Ein wenig in der Vergangenheit schwelgen…

  1. Mensch, so ein Straßenrand-Schnäppchen könnte mir ja auch noch gefallen. 😉

    Aber ich muss auch endlich mal vorwärts kommen mit meiner TS150. Da hat sich noch nicht wirklich was bewegt und ich wollte ja eigentlich dieses Jahr damit fahren. :-/

    • Meine Emme wird langsam. Ich hatte ein wenig mit dem Motor zu kämpfen, aber nun fehlt nur noch der Kolben 😉 Ich hoffe auch sie dieses Jahr noch zuzulassen, und im Moment schaut das sogar sehr gut aus 🙂

      • Bei mir liegts nicht am Motor, nur am Rest drumherum und dann sind da ja noch andere Baustellen an denen man mitarbeitet.
        Da wäre ganz aktuell und mit höchster Wichtigkeit so ein ‚Campingklo‘ wie da oben im Bild und natürlich auch die ES150 von meinem Bruder.

        Achja, und das tolle Wetter verleitet einen auch eher zum Fahren als zum Schrauben. 😀

  2. Mario

    Hi Micha,
    das Bild von der Katana in der Tonenburg ist, glaub ich , auf Deiner erste große Tour die Du allein gefahren bist entstanden. Deine Eltern waren damals, bis zu dem erlösenden Anruf das Du gesund angekommen bist, kaum ansprechbar :-).

    • Hey Mario,
      ich bin alleine zu meinem Vater nach Siegen gefahren und dort wegen einer gesperrten Autobahn zu spät angekommen.
      Von Siegen aus zur Tonenburg bin ich mit meinem Vater zusammen gefahren 😉
      Ich habe die Tonenburg als „kleine Tour ins Weserbergland“ beschrieben 🙂

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