Probiker?!


Probiker. Pro Biker.

Pro ist gut. Schon per Definition. Profi zum Beispiel. Jemand der etwas gut kann.

Biker. Ich mag dieses Wort nicht. Und ich mag keine Biker. Ich stand mal mit einem meiner Motorräder an einer Tankstelle und machte eine Pause. Währenddessen kam ein älterer Herr auf einem Maxiscooter Kutten- und Klapphelmtragenderweise auf die Tankstelle gefahren. Nachdem er sein mobiles WC-Häuschen getankt hatte gesellte er sich zu mir mit folgenden Worten: „Jaa, ich bin ja auch Biker!“. Diese Begegnung hat meine Sichtweise gegenüber dieser besonderes Spezies Mensch nachhaltig verändert. Vielleicht bin ich auch nur zu intolerant. Ich weiss es nicht. Um den Herrn Mayer zu zitieren: „Ich schweife ab“

Die Marke Probiker hatte daher in meinem Kopf immer einen gewissen Hauch von Billig-Kleidung, garniert mit einem Synonym für Schönwetter-Wochenendfahrer mit BMW und Touratech  Abendteurer-Vollausstattung. Denn auf dem Weg zur Eisdiele kann es natürlich passieren, dass man den Naturgewalten für mehr als 10 Minuten schutzlos ausgeliefert ist und auch mal die ein oder andere Furt durchqueren muss! Deshalb sollte muss man unbedingt Nebelscheinwerfer, Koffer mit integriertem Wassertank, alle Abdeckkappen, Schutz- und Sturzbügel montieren, die das unfangreiche Zubehörprogramm hergibt! Bei bis zu 1000km Fahrleistung pro Jahr ist dies unbedingt zu empfehlen. Genauso wie das Tragen einer Warnweste. Allerdings nicht um den Biker vor anderen Verkehrsteilnehmern zu schützen, sondern um den Rest der Welt vor dem gemeinen Biker zu schützen. Doch ich schweife ab. Schon wieder.

Bevor ich nach Island aufbrach, hielt ich es für ratsam eine den dortigen Witterungen (kalt und nass) angepasste Motorrad-Jacke zu kaufen. Eine große Kette bot eine Jacke der Marke Rukka an. Zu einem unschlagbaren Preis. Über Rukka hatte ich bis Dato nur gutes gehört. Ebenso wusste ich, das viele Winterfahrer Rukka tragen. Also genau das richtige für kalte und nasse Fahrten.

2 Tage später trudelte die Jacke bei mir ein. Ich war begeistert. Ein sog. Z-Liner Verschluss sollte für absolute Wasserdichtheit sorgen, das Innenfutter versprach wohlige Wärme.

Was ich jedoch nicht wusste: Der Reißverschluss reagiert extrem empfindlich auf Staub und soll lt. Rukka einmal in der Saison mit Silikonöl geschmiert werden. Solches lag der Jacke auch bei. Jedoch hatte und habe ich stets Probleme. Am 5. Tag in Island riss ich den Zipper ab. Zum Glück hatte ich eine dünne Zeltschnur dabei, die bis heute als Zipper fungiert. Auch ziehe ich mir regelmäßig das Winterfutter in den Ärmeln mit aus der Jacke wenn ich diese ausziehen will. Das sind einfach kleine Details die stören. Und das bei einer Jacke eines Premium Herstellers im oberen Preissegment. Herzlichen Glückwunsch!

Neulich kaufte jemand bei uns im Laden eine Jacke. Und liess seine alte Jacke dort. Zu Schade zum Wegwerfen, da quasi neuwertig. Eine Probiker Jacke. Da ich gegen Verschwendung bin, nahm ich sie an mich, um sie für eine gute Freundin, die keine hat, aufzubewahren.

Nun ergab es sich, dass ich zur Arbeit fahren musste und es regnete. Meine Lederjacke hatte ich kurz vorher gefettet. An der Rukka Jacke geht der Verschluss mal wieder nicht. Also zog ich, wenn auch etwas widerwillig, die Probiker Jacke an. Und was soll ich sagen… Ich war begeistert.

Sie sitzt super, hat einige wunderbare Details, wie z.B. einen Jacken/Ärmel Übergang wie man ihn von Snowboard-Jacken kennt, leicht zu erreichende Taschen, die mit Reißverschluss und Klett gesichert sind, Belüftungsreißverschlüsse usw.

Warm ist sie obendrein. Zur Regendichtheit kann ich nichts sagen, da die paar Minuten zur Arbeit nicht ausschlaggebend sind. Laut Etikett hat sie eine 3M Scotchlight Membran. Scotch ist ja per Definition auch was Gutes.  Ich könnte mir allerdings vorstellen, das Rukka hier im Vorteil ist.

Leider habe ich das Innenfutter zur Jacke nicht. Das lässt sich jedoch bestimmt besorgen.

Eins bleibt jedoch noch: Wie bringe ich der Dame, für die ich die Jacke mitgenommen hatte bei, das ich sie am liebsten selbst behalte ;)?

Mir fällt hierbei auf, das in „Probiker“ auch das Wort Pro steckt. Das beschreibt die Jacke ganz gut. Pro Probiker(-Jacke).

Vielleicht kann man sie ja in „ProMoppedfahrer“ umbennen. Das würde der Jacke und der Marke wohl gerechter werden.

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In diesem Sinne: Gute Fahrt! Und in ein paar Wochen verschwinden auch die Biker!

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Kategorien: Nebenbei | Schlagwörter: , | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Probiker?!

  1. Problogger 😉
    Sonja trägt schon einige Jahre eine Jacke dieser Marke und ist im Gegensatz zu manch anderen Billigmarken echt zufrieden damit. Wobei Billig auch nicht stimmt. Bei Motorradzubehör gibt es meist nur schlecht&teuer oder gut&nochteurer. Der Markenname geht aber wirklich nicht. Bei „pro“ muss ich eher an neorechte Parteien denken. Und die wahren Biker sind Fahrradfahrer.
    Was mir aber am besten gefällt:
    „Scotch ist ja per Definition auch was Gutes“

  2. Für Modeka gilt das selbe. Die Rukka kann mit dem „Billigding“ nicht annähernd mithalten.

    Prost & Baikergrüße
    😉

  3. Ich bin mit meinen Rukka-Sachen echt zufrieden. Den Z-Liner bearbeite ich regelmäßig mit dem mitgelieferten Stift, vor allem nach einer Regenfahrt. Nachdem ich erfahren hatte, dass man die Manschette des Innenfutters über die Handschuhe zieht und nicht umgekehrt, geht auch kein Wasser mehr rein.

    LG Frauke

    • Und genau das ist der Punkt:
      Bei einer Jacke für den Preis erwarte ich, mich mit solchen Sachen nicht rumschlagen zu müssen 😉
      Witterungsschutz ist bei der Rukka ja voll und ganz gegeben!

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