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Meine 550er Katana

Hallo 🙂

Heute möchte ich euch mein erstes Mopped vorstellen 😉

Meine kleine Kati, wie ich sie liebevoll genannt habe 😉 Eine Suzuki GS 550M Baujahr 1983. Gekauft habe ich sie im Herbst 2006, mit 30000Km auf der Uhr. Sie lief nicht, hatte ausgehärtete Reifen und eine kaputte Zylinderkopfdichtung.

Mein Vater und ich (er fährt selbst eine 750er GS ) ersetzten die Zylinderkopfdichtung, stellten die Ventile ein, reinigten in mühevoller Kleinstarbeit den Vergaser und ersetzten die alten Metzler ME99 durch neue Bridgestone BT45. Nur so nebenbei: Der BT45 ist DER Reifen auf alten Suzukis 😉

Da ich noch den Stufenführerschein hatte, bzw. gerade erst erworben hatte, musste die Maschine auf 34 PS gedrosselt werden. Dies geschah über Drosselblenden, also im Prinzip grosse Unterlegscheiben die in die Ansaugstutzen gesteckt wurden und so den Durchlass minimierten.

Nachdem ich die Maschine dann Ende April angemeldet und das TÜV Siegel erhalten hatte ging es natürlich sofort los. Erstmal eine Runde durch`s Bergische gedreht… Ich dachte nur das die Maschine ziemlich bescheiden läuft, selbst die Fahrschulmaschine war (zumindest subjektiv) schneller. Zu Hause angekommen entfernte ich die Drosselblenden und fuhr noch eine Runde. Das Mopped war sofort wie ausgetauscht. Vorher war bei 6000 u/min Schluss, nun ging es dort erst richtig los 😉 Ich fand den Schritt von 34 auf 50PS nicht soo groß, als dass ich es nicht mit meinem Gewissen hätte vereinbaren können. 2 Tage später ging es dann sofort auf die erste grössere Tour. Vorher hatte ich mir bei Polo den günstigsten Tankrucksack, sowie eine Gepäckrolle gekauft um Zelt, Schlafsack und Isomatte verstauen zu können. Ich wollte mich mit meinem Vater in Siegen treffen um von dort aus ins Weserbergland zur Tonenburg zu fahren, wo wir mit einigen Freunden ( von den 20 die dort waren kannte ich vorher genau 2 😀 ) in den ersten Mai hineinfeiern wollten.

Ich traf 2 Stunden zu spät in Siegen ein, da die A45 voll gesperrt war. Daher war ich über Attendorn und Plettenberg nach Olpe und dort dann auf die Autobahn gefahren. Mein Vater war recht aufgelöst als ich ankam, was ich im nachhinein auch verstehe…

Es folgten eine geniale Tour durch die Vogesen sowie diverse Touren durch Eifel und Co. Die Maschine hat mich bis auf einmal immer nach Hause gebracht, und dass eine Mal das ich liegen geblieben bin war ich selbst Schuld, da ich genau wusste, das unten im Tank Dreck liegt der mir irgendwann den Vergaser zusetzen würde…

Nach 25000 gefahrenen Kilometern habe ich sie dann recht schweren Herzens verkauft. Mein Fazit: Ein geiles Mopped, ausreichend Platz für 2 Personen, mit 50 PS auch ausreichend motorisiert, aber dank der Doppelscheibenbremsanlage immer gut zu kontrollieren.

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Motorradurlaub Tschechien/Österreich/Ungarn Oktober 2009

Die Idee zu der Tour kam mir als ich bei Long Way Round gesehen habe, wie Ewan McGregor und Charlie Boorman auf ihrer Weltreise in Kutna Hora in Tschechien halt gemacht haben um dort das „Kostnice Ossuary Beinhaus“ zu besichtigen.

Ich dachte mir, das ich mir das auch mal anschauen sollte. Also auf nach Tschechien, und wo ich schonmal da bin, könnte ich ja auch gleich nach Ungarn zum Balaton.

Urlaub beantragt und am 30.9 ging es mit einer vollbepackten Suzuki GS 650 GT los Richtung Ungarn.
Das erste Tagesziel war der Fichtelsee in Bayern, 10km vor der tschechischen Grenze.
Also ging es durch Sauer, Sieger und hessischen Bergland durch die Rhön nach Franken.
Bei schönstem Moppedwetter und angenehmen 15 Grad schaute ich erst in Siegen bei meinem Vater und später bei meinem Freund Harri in Wölfersheim vorbei, um dort ein wenig zu plaudern und Kaffee zu trinken. Unter anderem fand ich an diesem Tag eine Herde freilebender Gartenzwerge, unter ihnen sogar der sehr seltene Zwergus Hopfus.

Gegen 17:30 kam ich am Fichtelsee an. Ich zahlte den Platz und stelle mein Zelt auf. Während ich aufbaute kam jemand an und schaute sich mein Mopped an. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, das es ein rumänischer Gastarbeiter war, der auf dem Platz der Hausmeister war. Ich erzählte ein wenig wo ich herkomme und wo ich hinwill. Woraufhin er mir dann erzählte, das in Ungarn recht viele Rumänen ihr Unwesten treiben würden, die es auf Touristen abgesehen hätten, und z.B. als falsche Polizisten auftreten würden usw. An diesem Abend ging ich mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Bett.
Am nächsten Morgen ging es nach einem wärmenden Kaffee (nachs waren es 3 Grad), einem Schoko-Weckchen sowie einer heissen Dusche ab nach Tschechien.
Dort besorgte ich mir erstmal tschechische Kronen, Bier und Benzin. Bei einem Preis von gerade mal einem Euro pro Liter durchaus mit einem guten Gefühl in der Magengegend 😉 Über kleinste Strassen ging es über Cheb grob in Richtung Pilsen. Unterwegs machte ich an zahlreichen Seen Rast. Auf etwa halbem Wege fuhr ich, einer Eingebung folgend, einem braunen Schild hinterher und stand plötzlich von dem Top restaurierten Anwesen des Fürsten von Metternich. Ein riesiges Anwesen, samt See, Waldkapelle, Küchenhaus usw.

Da bemerkte ich auch, dass Tschechien ein Land der Gegensätze ist: Die representativen Dinge, wie z.B. alte Burgen, die grossen Städte wie Prag und Brünn, oder eben das Anwesen in dem ich war, sind durchweg modern und Top in Schuss. Fährt man dagegen 2 Km abseits der grossen Strassen trifft man auf sehr viele kleine verfallende und teilweise extrem dreckige Dörfer.

Nachdem ich das Schloss besichtigt hatte ging es recht planlos weiter durch Tschechien.
Abends landete ich, aufgrund eines ziemlichen Gewitters, in einer Pension in Melnik, ca 30km nördlich von Prag. Eigentlich wollte ich die nächsten 2 Tage in Prag verbringen und mir dort die Stadt anschauen, aufgrund des Wetters lies ich diesen Plan jedoch fallen und fuhr erstmal bei ziemlich bewölktem Himmel nach Kutna Hora in die Knochenkirche.
Der Hintergrund ist, das der Boden in Kostnice ( dem Stadtteil von Kutna Hora in dem die Kirche steht ), im Mittelalter Heilig gesprochen wurde, und sehr viele Menschen aus dem Umland dort begraben wurden, es jedoch irgendwann schlichtweg keinen Platz mehr gab. Also fingen die Männer der Kirche an, aus den Knochen der Verstorbenen in der Kirche Skulpturen zu bauen, oder schichteten die Knochen schlichtweg auf. Die Kirche selbst hatte einen Grundriss von ca. 10 x 10m auf denen sich gleich 2 japanische Reisegruppen tummelten… Das war auch der Grund warum ich nur ca. 10 min dort zubrachte.

Dem schönen Wetter folgend fuhr ich nach Süden über die Österreichische Grenze. Ich machte in Eggenburg halt und fuhr dann weiter nach Traismauer bei St. Pölten. Dort blieb ich 2 Tage auf einem Super Campingplatz, der u.a. eine voll ausgestattete Küche zu bieten hatte.
Am nächsten Tag fuhr ich von Traismauer aus ohne Gepäck nach Tschechien, um noch ein paar Flaschen Bier und Benzin zu besorgen. Ich kaufe also 6 lose Flaschen Bier ( Sixpacks gibt es dort nicht ) und fahre los. Bei der nächsten Pause hörte ich hinter mir dann ein leises Zischen begeleitet von einem Geräusch das mich gar nichts guten ahnen liess: Bei allen Flaschen hatte der Druck, der beim Fahren entstand, die Kronkorken quasi gesprengt. Soviel zum Thema Bier und zu allem Überfluss war natürlich auch alles Essbare im Topcase nun mit einem leichten Biergeschmack durchsetzt.

Ich verstaute die 2 Flaschen, die noch halbwegs verschlossen waren, in meinen Überhandschuhen und fuhr zurück zum Camping.

So, heute gehts ab zum Balaton! Bei frischen 8 Grad gehts los Richtung Osten. Der Weg durch Niederösterreich war natürlich genial. Alpen, blauer Himmel, Urlaub, da fehlt eigentlich nicht mehr viel zum glücklichsein. Mein Kumpel der eigentlich mitwollte hat also einiges verpasst!

Der See an sich war recht unspektakulär. Ein riesiger brauner Tümpel, aber trotzdem schön warm 😉 In Ungarn fiel mir der ziemlich hohe Anteil an neuen, grossen und schnellen Motorrädern auf. Ich sah jede Menge nagelneue Harlyes und Supersportler. Rund um den Balaton fährt man von einem Olivenhain in den anderen. Eigentlich wollte ich in Szigilet auf einen Platz, der „Garantiert bis 31.10“ geöffnet hat.
Der Platz war natürlich geschlossen….

Nach 5 weiteren geschlossenen Plätzen fand ich dann in Kesthzely den Campingplatz „Castro“. Der Platz war geöffnet, ich hatte 2 nette Nachbarn aus Nordheim, einen mit erfrischendem Wasser gefüllten Pool und halbwegs saubere sanitäre Anlagen.
Bei 30 Grad und blauem Himmel war es mir dank Winterfutter in Jacke und Hose sowie 2 Pullis doch langsam recht warm… Also ab in die Badehose und in den Pool. Im Balaton selbst konnte man nämlich nicht schwimmen ohne Eintritt für den Strand zu bezahlen… Bescheuert…
Am zweiten Abend war ich mit den Nordheimern schon recht warm geworden und wir gingen etwas essen. Ich bestellte mir als Vorspeise eine Knoblauchcremesuppe im Brotlaib, sowie ein Steak auf „Bierverleger“ Art. Zusammen mit den 2 grossen Bier und dem Schnaps war ich bei gerade mal 10€. Der Sprit in Ungarn war mit 0.99€ für den Liter Super auch recht günstig 😉

Am nächsten Morgen brauchten wir 3 dann etwas länger um wach zu werden und so fuhr ich erst gegen 12:00 los.  Nochmal volltanken und ein paar kleine explosive Geschenke in Form von Chilischoten für meine Freunde Marco und Sonja besorgen und ab Richtung Österreich. Der Plan war über Villach und den Großglockner nach Zell am See zu fahren. Also eine recht lange Etappe. Daher ging es über die Bundesstrasse erstmal nach Leoben in Österreich. Es war jedoch schon abzusehen das ich es wohl nicht nach Zell am See schaffen würde.
Murphys Law folgend sprang dann auch noch die Einstellschraube des Kupplungszuges mit einem Ruck auf und ich konnte endlich mal ein wenig schrauben. Denn bis dahin war die 650er absolut sauber und fehlerfrei gelaufen… Getreu dem Motto: Eine GS in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf 😉 Ich hatte selbstverstänlich keine 2 8er Schlüssel dabei um die Schraube zu kontern. So sprang die Schraube ca. alle 200km auf, aber mittlerweile lag mein Multitool nicht mehr gaaanz unten in der Packrolle. Mir wurde klar, das ich die Etappe heute auf keinen Fall mehr schaffen würde. Also ging es fluchs nach Schladming, der Großglocker war also gestorben, na ja immerhin hatte ich so die 18€ für die Überfahrt gespart. Zumindest ein kleiner Trost…

Ich kam im Dunkeln auf dem einzigen Campingplatz in Schladming an und stellte fest, das es ein ziemlich gehobener Platz war. Zumindest dachten die Bewohner das von sich selbst. Mich als Moppedfahrer schauten sie nur kurz und musternd von oben herab an. Na klasse. Also Zelt aufbauen und ab in die Stadt, was zu essen besorgen. Also holte ich mir beim örtlichen Dönermann 2 Kebaps sowie 2 Bier. Auf dem Rückweg fand ich dann einen kleinen Schnapsladen, der selbstgebrannte Schnäpse verkaufte. Leider hatte er schon geschlossen.

Am nächsten Morgen packte ich mein Zeug relativ schnell zusammen, da ich loswollte. Mein heutiges Ziel war der Schluchsee im Hochschwarzwald.
Also ging es vorbei am Achensee erstmal nach Deutschland. Dort dank Navi mitten durch Kempten, wo ich mir allerdings erstmal 2 8er Schlüssel kaufte um endlich die Kupplungsschraube zu kontern.
Vorbei am Bodensee fuhr ich also ins Schluchtal, was ich dank Navi auch schnell fand.
Es wurde schon Dunkel. Vom Wirt der Waldschänke, der auch gleichzeitig der Besitzer des Campings war, erfuhr ich, dass ich mein Zelt einfach hinten auf der Wiese aufstellen soll. Meine Frage ob ich noch was Essen könnte bejahte er. Also ab auf die Wiese, im Dunkeln schnell das Zelt aufgebaut, umgezogen und ab ins Wirtshaus, Schnitzel mit Pommes und Salat riefen! Meiner Bitte nach einem Zäpfle konnte er leider nicht nachkommen, aber das Fürstenberg Bier losch auch den Durst.
Also ging ich gegen 22:00 wohlgenährt und gut durchgewärmt ins Bett. Irgendwann nachts wachte ich auf: Mein Zelt stand unter Wasser. Ich habe dann nur schnell alles trockengelegt und hab dann weitergepennt. Am nächsten Tag stellte ich dann fest, das ich mein Zelt genau in einer Kuhle aufgestellt hatte. So`n Mist… Morgens als ich aufwachte hatte der Regen dann jedoch wieder aufgehört, und ich nutzte die Zeit in der meine Sachen trockneten um meine Wäsche zu waschen, was bei 2 T-Shirts und 10 Tagen langsam mal nötig wurde.

Gegen 13:30 sollte es dann auf die 250km nach Karlsruhe zu Sonja gehen. Der Plan war über Todtnau und den Ettenheimmünster, den ich schon aus meiner Zeit in Strasbourg kannte, zu fahren. Kaum saß ich auf dem Mopped fing es natürlich wieder voll an zu regenen. Na danke…
Somit war die Fahrt durch den Schwarzwald gestorben. Also ging es, vorbei an der größten Kuckucksuhr der Welt, über die Bundesstrasse nach Offenburg, wo sich das Wetter dann zum Glück besserte, und dort über die AB nach Karlsruhe. Nach herzlichem Empfang durch Sonja und ihre  Kinder kamen dann zu meiner grossen Überraschung noch Mario, Annettsche, Thomas und Bärbel vorbei.
In dieser grossen Runde wurde dann bei Rothaus und Weizen fürstlich gespeist, nämlich Weisswürstchen, Krautsalat und Riesenbretzeln. Und wenn ich Riesenbrezeln schreibe, meine ich auch rießig: Die selbstgemachten Brezeln waren ca. 30cm gross und ein echter Gaumenschmaus!


An dieser Stelle nochmal dank an Sonja für die super Unterkunft!
Am nächsten Morgen wurde dann in kleinerer Runde, aber nicht minder fürstlich gefrühstückt.
An den Wochenende wollten wir uns noch mit einigen Freunden in Obersgegen, einem kleinen Örtchen im Deutsch-Luxemburgischen Grenzgebiet treffen. Nachdem die Befürchtungen über schlechtes Wetter in Obersgegen ausgeräumt waren, fuhr ich alleine (Sonja fuhr mit dem Auto, wofür sie sich naher wohl selbst in den Hintern gebissen hat :D) über Germersheim, das Elbsteintal und das Johanniskreuz nach Obersgegen, bei totem Tier und Bier weiterging. Sonntag morgen fuhr ich recht früh und auch recht fix nach Hause.

Alles in allem eine super Tour, die ohne irgendwelche wirklichen Defekte verlief. Meistens hatte ich super Wetter, und den Balaton kann ich auch um diese Jahreszeit nur wärmstens empfehlen!

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